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Schwarze Zukunft für die deutsche Traditionsschifffahrt
3.12.09 10:41
Alter: 278 days


VON: AS


Kategorie: GSHW, Behörden

Öffentliche Erklärung: Schwarze Zukunft für die deutsche Traditionsschifffahrt

 

Die Mitgliederversammlung der GSHW hat am 28.11.2009 in Hamburg die folgende öffentliche Erklärung beschlossen:


Mit großer Sorge nahmen die Vertreter der deutschen Traditionsschiffe die sich immer mehr verschärfenden Restriktionen für den Betrieb ihrer traditionellen Dampfer und Segelschiffe zur Kenntnis. Sowohl das zuständige Verwaltungsgremium, die Seeberufsgenossenschaft (SeeBG), wie auch kürzlich ergangene Gerichtsbeschlüsse, welche die Argumentationen der Schifffahrtsbehörden widerspiegeln, stellen den Betrieb und letztlich den Bestand dieser Fahrzeuge deutlich in Frage und provozieren damit den Verlust unwiederbringlichen Kulturgutes.

 

Die Gemeinsame Kommission für Historische Wasserfahrzeuge - GSHW - beklagt zutiefst die Einschnitte seitens der Verwaltung bei der Zusammenarbeit und damit die faktische Demontierung der maritimen Sicherheitspartnerschaft von Verkehrsministerium, GSHW und SeeBG, die über viele Jahre als Grundlage zum Erhalt der deutschen Traditionsschifffahrt diente.

 

Damit wird der erklärten Auffassung der Bundesregierung, den Bestand von Traditionsschiffen als Zeugen der maritimen Vergangenheit zu bewahren und die Erfüllung ihrer sozialen und kulturellen Aufgaben zu fördern, entgegen gearbeitet.

 

Durch willkürliche, nicht nachvollziehbare formale Begründungen wird der Bestand dieser Schiffe einschneidend zurück gehen. Als Folge werden die großen und kleineren Häfen an unseren Küsten veröden und durch die fehlende touristische Attraktion wirtschaftliche Einbußen hinnehmen müssen. Auch große Ereignisse, wie die Kieler Woche, die Hanse Sail in Rostock, der Hamburger Hafengeburtstag oder die Sail Bremerhaven werden einen großen Teil der bisherigen Flotte verlieren. Freunde und Förderer der Schifffahrt auf traditionellen Fahrzeugen, die sich über ganz

Deutschland verteilen, verlieren die Grundlage für erlebnisreiche Freizeiten. Darunter vor allem viele Jugendliche und junge Erwachsene, die bisher durch diese Erziehung zur See in vielfältigen Projekten geprägt worden sind: zur Anerkennung ihrer Mitmenschen, zur Toleranz fremder Kulturen, zum Kennenlernen eigener Grenzen und zur Entwicklung ihrer Teamfähigkeit.

 

Die gewaltigen Anstrengungen von Betreibern und unzähligen ehrenamtlichen Helfern, diese Fahrzeuge der Vergangenheit zu erhalten und zu pflegen, traditionelle Seemannschaft, Schiffbaukunst und Technik zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werden durch kurzsichtige Maßnahmen zerstört.

 

Dies, obwohl die Traditionsschifffahrt einem angemessenen Sicherheitsstandard unterliegt, der auf die Besonderheiten dieser Schiffe zugeschnitten ist, stets weiterentwickelt wird und sich nach Lage der Statistiken über die Jahre hinweg bewährt hat.

 

Alle Teilnehmer dieser Mitgliederversammlung erklären sich deshalb weiterhin solidarisch mit der Protestbewegung BLACKFLAG (www.blackflag.eu) und fordern dazu auf, über den Vorstand der GSHW erneut auf Klärung im Verkehrsministerium zu drängen oder diese nötigenfalls direkt beim Gesetzgeber zu suchen.

 

Ziel soll dabei sein, das klare Bekenntnis zum besonderen Stellenwert der Traditionsschifffahrt im maritimen Spektrum einzufordern und deren Rechtsgrundlagen dahingehend zu festigen, dass Eigner und Betreiber verlässliche Perspektiven zum Erhalt ihrer Fahrzeuge erhalten.

 

Die Mitgliederversammlung der GSHW am 28. November 2009






Dateien:
oeffentliche_erklaerung_mv_gshw_28-11-2009.pdf

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